Haus Q


Gebäude (locale") Q

(1954)

Im Zuge der Grabungskampagne im Jahr 1954 wurde auf südlicher Seite zwischen der inneren und äußeren Umfassungsmauer im Bereich des Zugangs zur Hügelterrasse ein Gebäude von trapezoidem Grundriss gefunden, das von vielen heutigen Völser/innen heute als "Bombenloch" bezeichnet wird.

Das Mauerwerk war mit minderwertigem Kalkmörtel zusammengefügt, der Raum in seiner Basis direkt aus dem Felsen geschlagen, der Boden notdürftig eingeebnet. Eine nach Südost/Nordwest ausgerichtete Mauer war bei einer Länge von insgesamt 4,2 m im aufgefundenen Zustand  immerhin noch 1,15 m hoch. Eine andere Wand, nordöstlich-südwestlich verlaufend, war in einer Länge von 4,4 m direkt aus dem Felsen gearbeitet. Zum Aufrichten der beiden anderen Hausmauern wurde auf den Felsrand Mauerwerk aufgesetzt.

Der nach Südwesten ausgerichtete Eingang war mit einer Schwelle aus mit Kalk verbundenen Steinen versehen.

Die Verwendung von Kalkmörtel zusammen mit der Auffindung mehrerer Keramikfragmente lokaler Herkunft mit solchen römerzeitlichen Typs weist auf einen sich anbahnenden Kontakt zwischen der einheimischen rätischen Bevölkerung mit der römischen Präsenz im Eisacktal hin und lässt zeitlich an die römische Landnahme um 15 v. Chr. denken.

Aus dem Umstand, dass die Bodenschicht eine 10 bis 20 cm dicke Schicht schwarzer mit Fragmenten verbrannten Holzes durchsetzter Erde auswies, lässt sich mit Gewissheit folgern, dass das Gebäude ein Raub der Flammen geworden ist.


Hier wurden folgende Objekte geborgen:

1.   Das Fragment eines Behältnisses vermutlich aus Terra Sigillata ("rot-braun gefärbter Schüsselrand aus augusteischer Zeit") in den Maßen 5 x 4 x 0,6 cm (35.5)

2.   Das Fragment eines Horizontalhenkels

3.   Das Randfragment eines auf der Drehscheibe gefertigten Gefäßes (35.4)

4.   Zwei Porphyrblöcke mit einem Durchmesser von 50 cm mit runder Bohrung (unfertige und verworfene Rohlinge für eine Drehmühle?)

5.   Das Fragment eines Stücks Bronzeblech