Münzen

Münzfunde im topographischen Umfeld des Peterbühl zwischen Völser Aicha, Burgstall/Schlern, Ums und Völs



1889 wurden in einem römischen Gräberfeld in Ums neben zahlreichen Beigaben auch 30 Groß- und Kleinbronzemünzen sowie zwei römische Silbermünzen gefunden, auf dem Burgstall - Schlern neben den acht weiter oben (Handout) genannten Münzen fünf weitere, die ein Bauer dort gefunden und offenbar umgehend an Sammler veräußert hat. Ein bedauerlicher Verlust. Auf dem Außerpeskollerhof in Völser Aicha wurden ein oder zwei Bronzemünzen unbekannter Datierung gefunden. Auch auf der Terrasse von Kastelruth bis Völs unter dem Schlern sind weitere Münzfunde zu verzeichnen, doch auch hier sind die Fundumstände ungeklärt und eine eventuelle Interpretation als Weihefunde darum nicht möglich.

Was können Münzfunde denn zum Verstehen der archäologischen Situation der jeweiligen Fundorte beitragen? Zum Beispiel dies: Waren die Münzen kurz oder lang im Umlauf, ehe sie in die Erde kamen? Handelt es sich um Streufunde oder um bewusste, etwa religiös motivierte, Deponierungen? Sieben der auf dem Burgstall/Schlern gefundenen Münzen bilden einen Zeitraum - einen "Münzspiegel" - von Augustus bis Titus, von Christi Geburt bis 80 nach Christus ab. Die "Schlussmünze", ein chronologischer Ausreißer, den K.M. Mayr in: Vorgeschichtliche Siedlungsfunde auf der Hochfläche des Schlerns, «Der Schlern», 20 (1946), 11 erwähnt, fällt in die Regierungszeit des Valens (364 n. Chr. bis 378 n. Chr.).

Die sieben zeitlich enger beieinander liegenden Münzen gelten nach aktuellem Forschungsstand als Weihefunde, lag der Fundort doch in topographischem Bezug zum Brandopferplatz auf dem Schlern. 

Die eine in die Regierungszeit des oströmischen Regenten Valens fallende Münze würde weniger eine Kontinuität der Opferstätte auf dem Schlern belegen als vielmehr eine Neuaufnahme des Opferkults, liegen zwischen dem "Depot der Sieben" und der Münze des Valens doch immerhin drei Jahrhunderte ohne nachgewiesene weitere Deponierungen.

Die Münzfunde auf dem Peterbühl reichen von Domitian bis Valentinian, demnach etwa 90 n. Chr. bis ca. 360 n. Chr. Die breite zeitliche Streuung und der "Fehler der kleinen Zahl" (Eggers, in: Einführung in die Vorgeschichte, S. 174 ff) lässt "Zufallsdeponierungen" in Form von Verlusten (vergessen, verlieren, verschlampen...) vermuten.

Wie es aussieht wird die Hypothese, dass es sich beim Peterbühl um eine Kultstätte gehandelt habe, zumindest in Bezug auf die römische Zeit nicht gestützt, einer Zeit, in der gehäuſt Münzen als Opfergaben Verwendung fanden, was aber auf dem Peterbühl nicht der Fall war. Einen Beleg für den Brauch der Münzopferung finden wir durch die Münzfunde auf dem eindeutig als Brandopferplatz erkannten Burgstall auf dem Schlern, zu dessen "Klientel" aller Wahrscheinlichkeit nach auch das Peterbühl-Kollektiv gezählt haben dürſte.


Es folgt eine Zusammenschau der Münzfunde, die ich zum Zeitpunkt der Arbeit an dieser Broschüre in der Literatur gefunden habe mit einigen Beispielen von Münzbildern. Dabei erhebt dieses Raster keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Mit Sicherheit sind da und dort Münzen gehortet, von denen ich keine Kenntnis habe.