Fibeln


Eine Fibel (lateinisch FIBULA, Nadel) ist im Wesentlichen eine Vorläuferin der heutigen Sicherheitsnadel beziehungsweise einer Brosche. Nachweisbar ist diese Form des Kleiderverschlusses, als Weiterentwicklung einer Vorgängerform, in der Gestalt einer Gewandnadel seit der Bronzezeit. Konkurrenz bekam sie erst in römischer Zeit durch Schnallen-Verschlüsse, die ihrerseits, viel später im Mittelalter, von Knöpfen abgelöst wurden. Fibeln waren Bestandteil der Tracht von Männern und Frauen. Sie dienten dazu, Kleider, Umhänge und Mäntel in der Funktion von Gewandschließen zusammenzuhalten.

Eine Fibel besteht aus einer Nadel, und einem Bügel oder einer Scheibe. Die Nadel ist an dem einen Ende des Bügels, dem Kopf, mit diesem federnd oder starr verbunden. Das andere Ende des Bügels endet in einem Nadelhalter, in den die Nadel eingelegt bzw. einspannt wird. Eine einfache Fibelmechanik verfügt über keine Federspirale; hier entsteht die haltgebende Spannung durch den Stoffbausch selbst. Im Lauf der Entwicklung, wurde eine Scharnierverbindung erfunden, bei der die Nadel mittels einer Klappverbindung in den Bügel einrastet.

Seit etwa 600 v. Chr. gehören Fibeln, zum festen Inventar der eisenzeitlichen Tracht. Bald entwickelt sich regional und zeitlich, vor allem in der Gestaltung des Bügels, eine große Formenvielfalt, was Archäologen in die Lage versetzt, anhand von Fibelcharakteristika Leitformen zu definieren, und damit eine relative Chronologie von Funden und Befunden aufzubauen.

Fibelfunde am Peterbühl

Haus A

  • Bügel einer Bronzefibel mit zurückgebogenem und mit einem Ring am Bogen befestigten Fuß, also dem Mittellaténe-Schema entsprechend (Armbrustspiralfibel)
  • Eine unvollständige Halbmondfibel
  • Eine weitere fragmentarisch erhaltene Halbmondfibel

Haus S

  • Eine Krebsschwanzfibel
  • Kleine Sanguisugafibel mit Fußknopf
  • Eine Fibel im spät-westhallstattzeitlichen Schema

Haus R

  • Der Bügel einer Bronzefibel mit geknotetem Bügel
  • Das fast vollständige Exemplar einer Fibel mit geknotetem Bügel
  • Bügel einer Krebsschwanzfibel
  • Die Feder einer armbrustförmigen Fibel

Sporadisch geborgenes Material, nun im Stadtmuseum in Bozen

Eine Fibel mit bandförmigem Bügel (Übergang zwischen der Periode Este III. und IV.

  • Drei Spiralfedern für Fibeln im Armbrustschema

Zwei Fibeln, von denen H. Rizzoli berichtet hat:

   >      eine "Fibel mit facettiertem Bügel" aus der späten La Tène-Zeit

  • Eine "stark profilierte Fibel" aus der Frühen Kaiserzeit (I.-II. Jh. n. Chr.)

Dal Ri-Pisoni-Tecchiati

Armbrustspiralfibel aus später augusteischer Zeit (bis Mitte II. Jh. N. Chr.)

Eine "kräftig profilierte Fibel mit Stützplatte" aus der tiberisch-claudischen Epoche