Weitere Strukturen

...und die Ausgrabungen in den 1990er Jahren


Mauerecke H - Abfalldepot?

Montag, 11.Oktober 1954



Die Vormauer N ("L'antimurale N")


1954 wurde auf der terrassenförmig nach Osten abfallenden Flanke des Hügels ein Mauerzug untersucht, der parallel zum mittleren Abschnitt 13 (siehe Skizze von Frescura) der äußeren Umfassungsmauer verlief. Talseitig und südöstlich des Abschnittes der äußeren Umfassungsmauer nahe dem Eingang zum Plateau wurde auf begrenzter Fläche von 40 x 20 cm der Fund eines Komplexes von einigen Dutzend Scheibchen gemacht, die aus den Wandschalen von Terracottagefäßen gebrochen worden waren.­

Die Vormauer U ("L'antemurale U") 

Es ist vorstellbar, dass die Vormauer, eine natürliche fünfseitige, auf vier Seiten durch Mauern begrenzte Terrasse, die in Frescuras Grabungstagebuch als "piazzola murata U", als eingefriedeter Bereich U, bezeichnet wird, in der Vergangenheit ein geschlossenes Gebäude darstellte. Frescura hält fest, dass das mit reichlich Kalkmörtel zusammengefügte Mauerwerk qualitativ hochwertig ausgeführt war. Die Fugen an der Außenseite waren mit Gips bester Qualität verputzt. Die Mauern mussten seinerzeit von beträchtlicher Höhe gewesen sein, um den Niveauunterschied des hier stark abfallenden Geländes ausgleichen zu können. Auch dieses (hypothetische) Gebäude, das mit feiner schwarzer Erde angefüllt war, die mit reichlichen Knochenfragmenten durchsetzt war, ist bereits in alter Zeit ein Raub der Flammen geworden.

Im Zuge der Grabungen kam eine kleine Anzahl von Objekten ans Tageslicht, die der Römerzeit zuzuordnen sind, auch wenn in unmittelbarer Nachbarschaft eine Fibel eindeutig hochmittelalterlicher Prägung gefunden wurde.


Gefunden wurden hier folgende Gegenstände:

1.  Ein eiserner Haken (14.1, Grabungstagebuch 2, S. 22, fig. 10)

2.  Eine Tonscheibe (Grabungstagebuch 2, S. 19, fig. 7)

3.  Ein Randfragment eines auf der Drehscheibe gefertigten Gefäßes (14.3)

4.  Der Grifflappen eines Tongefäßes (14.4)

5.  Das Bruchstück eines Tongefäßes mit zwei Grifflappen (14.5)

...und in der Nähe:

1.  Eine der Regierungszeit des Domitian (51-96 n. Chr.) zugehörige Bronzemünze. Die Münze wurde südlich der Mauerstruktur U neben einer nach West-Ost verlaufenden Mauer mit der Bezeichnung "Mauerrest V" gefunden.

2.  Eine Riemenschnalle aus Bronze, gefunden neben dem äußeren Mauerring, also wahrscheinlich nahe der talseitigen Mauer (35.9)

3.   Eine aus der Wand eines Tongefäßes gebrochene Scheibe



Mauerrest V ("resto murale V")

Diese Struktur besteht aus zwei rechtwinklig nach Nord/Süd und West/Ost verlaufenden Mauerzügen, die südlich und südöstlich von der Struktur U gelegen sind. Die Mauern zeigten sich zum Zeitpunkt der Sondierungen sehr gut erhalten und erreichten in der Nähe des Winkelscheitels eine Höhe von einem Meter.

Mauerrest Z ("resto murale Z")

Er zeigte sich zum Zeitpunkt seiner Freilegung anlässlich der Grabungen 1954 aus einem kurzen in ost-westlicher Richtung verlaufenden Mauerrest von 3 bis 4 m Länge östlich des nach N/S ausgerichteten Schenkels des Mauerrestes V.


Mauerreste O ("resti murali O")

Auf dem Scheitel des Hügels südwestlich der Kirche wurden im Zuge einer nach Nord/Süd verlaufenden Sondierung Trockenmauern ausfindig gemacht, von denen lediglich eine Steinreihe erhalten geblieben war. Die Mauerkrone war 20 bis 30 cm unter dem Bodenniveau verborgen, die Basis lag direkt auf dem Bodengestein auf. Die 10 bis 15 cm mächtige schwarze Siedlungsschicht war mit etwa 30 cm Humus bedeckt.

Im selben Jahr sind in der Nähe unmittelbar unter der Bodenkrume Keramikreste aus der späten Eisenzeit und weitere Mauerreste gefunden. Es handelt sich hierbei vermutlich um Relikte rätischer Häuser, deren Fundamente im vorliegenden (Vermutungs-)Fall direkt auf dem Boden aufgesetzt und nicht unterkellert waren.

Mauerrest P ("resto murale P") 

Es handelt sich hierbei um ein nicht näher erforschtes nach Nord/Süd verlaufendes Mauerfragment zwischen den beiden Mauerringen südöstlich der Kirche.


Weitere Grabungsergebnisse 1959

Auf der nordwestlichen Seite des Hügelscheitels wurden abseits der anderen Relikte zwei aus dem Felsen geschlagene und an den Seiten mit Steinplatten abgegrenzte und mit einem Deckstein abgedeckte Gruben identifiziert. Es handelt sich hierbei um zwei kleine Steinkisten von 30 x 40 x 30 cm Innenmaß in zwei Metern Abstand zueinander. Sie waren mit Erdreich abgedeckt und beinhalteten keinerlei Fundobjekte. Sowohl Alter als auch Funktion sind ungeklärt. Die Grabungen wurden am 8. 10. eingestellt und sind, wie angemerkt, nicht wieder aufgenommen worden.


Die Ausgrabungen in den 1990er Jahren

Untertitel hier eingeben