Haus A


Haus A befindet sich zwischen Haus S und T, von denen es unter Einbeziehung der Mauern und Wiederverwendung des Baumaterials abgetragen beziehungsweise an einigen verbliebenen Teilen überbaut wurde und ist erheblich älteren Ursprungs als die Nachbarhäuser. Der Lehmboden zeigt eine Brandschicht von mindestens 30 cm (Frescura: "terreno nerissimo, con piccole pietre scheggiate dal calore").

Ein von Frescura als kohärent, zusammengehörig, beschriebener Fundkomplex bestehend aus 18 Gegenständen, die auf limitierter Fläche von etwa 50 x 40 cm in der Brandschicht verbacken 30 cm von der Schwelle entfernt aufgefunden wurde, könnte von einer oberen Etage, ein Bau-Charakteristikum, wie es in rätischen Häusern üblicherweise anzutreffen ist, im Zuge des Brandes in den unteren Stock gestürzt sein. Eine identische Fundcharakteristik hätte sich aber auch ergeben, wenn sich dieser Fundkomplex auf einem an die Wand gelehnten Regal befunden hätte, das dann im Zug des Brandes in sich zusammenstürzte. Unweit davon war 1956 bei der damaligen Sondierung ein Eisenmesser gefunden, das jedoch mit dem beschriebenen Fundkomplex nicht in Zusammenhang gebracht werden kann. Erstaunlicherweise fehlt in dieser Struktur jede Spur keramischer Hinterlassenschaften. Die 18 gefundenen Gegenstände bestanden zum Großteil aus Bronzeobjekten neben einigen Stückchen Glaspaste. Das bemerkenswerteste Fundobjekt dieses Komplexes ist die berühmte Halbmondfibel mit menschlichem Köpfchen, die im Folgenden ausführlich beschrieben werden wird.


Fundobjekte

(die Zahlen in Klammern beziehen sich jeweils auf Dal Ri: Il Peterbühel. Tabellenanhang in der Form "Tabellenzahl-Objektnummer")


1.  Ein Anhänger mit doppelter Spirale und einer Perle aus Glas (24.2)

2.  Eine Öse aus Bronzedraht mit einer aufgeschobenen Perle aus Glas (24.6)

3.  Ein ornamentales Objekt in Brillenform (24.3)

4.  Zwei weitere brillenförmige Ornamente, die jeweils die Hälſte des ursprünglichen Objektes darstellen (24.4-5)

5.  Bügel einer Bronzefibel mit zurückgebogenem und mit einem Ring am Bogen befestigten Fuß, also dem Mittellaténe-Schema entsprechend (Armbrustspiralfibel), Typ XXII (FoJ) nach der Typologie von Adam

6.  Drei blaue Glasperlen (24.13-15)

7.  Etwa die Hälſte eines Torques (offenen Halsreifs) mit Bronzeblechanhängern (23.3)

8.  Eine unvollständige Halbmondfibel (23.1)

9.  Eine weitere fragmentarisch erhaltene Halbmondfibel (33.2)

10.  Eine Perle aus blauem Glas mit kreisförmiger Verzierung (oculum) (24.12)

11.  Drei durch Feuer deformierte Glasperlen (24.13-15)

12.  Ein kleiner Kapselanhänger (bulla) aus Bronze (24.9)

13.  Zwei Fragmente von Kapselanhängern (bullae) aus Bronze (24.10-11)

14.  Ein geschnitztes Knochenfragment (24.16)

15.  Ein Bronzering mit zwei Windungen (24.8)

16.  Ein offener Bronzering (24.7)

Weiter wurden in unterschiedlicher Bodentiefe eine Anzahl mittelgroßer abgerundeter Flusssteine aus Porphyr sichergestellt.